Vertrauen – Mut – Verbundenheit

Vor mir liegt eine Notiz mit ein paar beim Telefonieren hingekritzelten Begriffen.

Ich hatte eine Freundin angerufen, um mit ihr über zwei oder drei Malabende im Advent zu sprechen, die jeweils einem anderen Aspekt des kreativen Prozesses gewidmet sein sollten.

Diese Begriffe waren während unseres Gesprächs aufgetaucht.
Und da wir beide schon seit vielen Jahren intuitiv malen, sagen sie uns beiden viel und wecken Erinnerungen an essenzielle, oft sehr tiefe, bewegende Erfahrungen mit der Kreativität. 
Man könnte sie als Grunderfahrungen bezeichnen, weil ihnen wohl jede und jeder auf diesem kreativen Weg immer wieder begegnet, jedes Mal auf etwas andere Weise.

Diese und andere essenzielle Grunderfahrungen erinnern uns daran, wer wir in der Tiefe unseres Wesens sind oder sein können. Und eine der Sehnsüchte, die uns zum Malen treiben, ist in meiner Sicht die Sehnsucht, diese Grunderfahrungen wieder zu erleben, zu spüren, von ihnen erfüllt oder mitgerissen zu werden.

Doch wenn ich diese Begriffe auf dem Zettel lese, berühren sie mich nicht. Um berührt zu sein, braucht es alles von mir: Mein Bewusstsein, mein Fühlen, meine Erfahrung, einen lebendigen Körper zu bewohnen und sich von den Wellen, die ihn durchströmen, bewegen zu lassen. Und die Freude, dieses Bewegt-Sein beim Intuitiven Malen in den Ausdruck zu bringen.

Darum ist es uns beim Intuitiven Malen zu tun: Unsere tiefe, leuchtende Lebendigkeit wieder fühlend zu erleben, uns ihr zu öffnen (so gefährlich es auch manchmal scheinen mag), wieder selbstverständlicher damit umzugehen, dass wir sie nur einladen, nicht aber kontrollieren können.
Die schöpferische Kraft kommt als Geschenk, so, wie auch der Atem als Geschenk kommt – und wir dürfen sie dankbar empfangen und ihr huldigen, indem wir sie ausdrücken. Und sie zum Schluss anderen widmen. 
So wird das Malen zu einer Zeremonie der Dankbarkeit und der Heilung.

 

Kurzfristig angesetzt:
Malen zum Advent
3 Mal-Meetings im Dezember 2022
einzeln oder zusammen zu buchen.

Weitere Infos dazu: Malen zum Advent

 

Herbstspiele 1 – erkenne jeden tag das wunder

Im letzten Teil unserer Sommerspiele ging es um Inspiration – was sie ist, was sie nicht ist, und wie wir immer wieder unsere eigenen Inspirationen finden. Das ist jetzt eine Weile her, und vielleicht habt ihr schon gedacht, dass mich die Inspiration  verlassen  hat und die Sommerspiele abrupt zu Ende sind. Außerdem ist inzwischen Herbst.

Doch nein, es gibt noch einen – diesen – Beitrag, in dem wir die Sommerspiele einfach in die Herbstspiele verwandeln. Habt ihr noch Lust zu spielen? Ich schon!
Und falls ihr danach immer noch Lust habt, kommt zum Schluss der lang angekündigte Beitrag über David Hockney und Technik.

Und nun tadaaa! Herbstspiele Teil 1:

 

Erkenne jeden Tag das Wunder

 

In der Kreativität sind wir immer wieder ganz auf uns gestellt. Oft überfordert uns das. Was soll ich denn malen? Schreiben? Tun? WIE soll ich es tun? Ist das, was ich tue, richtig oder falsch? Gut oder schlecht? Kann ich das? Darf ich das? Bin ich kreativ genug?

Irgendeine unsichtbare Autorität soll uns da begleiten und sich drum kümmern, dass wir auf dem richtigen, dem kreativen Weg bleiben.

Doch alles, was wir nach den Vorgaben Anderer tun, wird uns nicht befriedigen. Selbst wenn „die Anderen“ scheinbar wohlmeinende Kritiker-Stimmen in unserem eigenen Kopf sind.
Es wird uns nie befriedigen, und das zu Recht:
Unsere Kreativität ist immer frisch, original, gegenwärtig und lebendig. Und so will sie auch erlebt und ausgedrückt werden. Das heißt, wenn es irgendeine Richtlinie geben kann beim kreativen Tun, dann ist das unsere eigene schöpferische Autorität, unser instinktives kreatives Wissen, unser angeborener Innerer Kompass.

Dieser unbestechliche innere Kompass ist Teil unserer Grundausstattung als Mensch, wird meistens jedoch mehr oder weniger von Missverständnissen, Störsendern, alten Geschichten überlagert, die uns in die Irre schicken.   Deshalb ist es unsere Mission, unseren eigenen Kompass überhaupt wieder zu entdecken und ihn dann erneut auf unser Herz, unsere Intuition, unsere innere Stimme und unsere Stimmigkeit zu eichen.

Damit das gelingt, sind wir gefordert, immer wieder mit uns selbst in Kontakt zu kommen und spürend zu erleben, wie sich das Leben gerade in uns bewegt. Wie es uns bewegt.
Das heißt, wir verbringen Zeit mit uns selbst, spüren unseren Atem, unsere eigene Innenwelt, ohne uns weg-zu-denken oder von uns abzulenken. In unruhigen Zeiten, wie wir sie unleugbar gerade erleben dürfen, fällt einem das nicht immer leicht.

Beispiel Paro: Der Kontakt mit mir selbst, meinem Körper, meiner eigenen Energie bringt mich, wenn ich nicht ausweiche, zurzeit besonders stark in Kontakt mit alten Erinnerungs-Energien und scheinbar bedrohlichen Gefühlen. Als Nachkriegskind habe ich damals allerlei verdrängt, was erst jetzt wieder spürbar wird. Bewege ich mich darauf zu, fühle ich mich plötzlich wieder ebenso bedroht und gefährdet wie damals. Und wer will so etwas schon freiwillig spüren?

Also neige ich dazu, das alles automatisch zu verdrängen und abzuwiegeln – meist bevor ich es überhaupt bewusst merke. Und der schöne Hinweis „geh einfach darauf zu, spüre es,  weiche nicht aus“ klingt wie eine Einladung in die Hölle. Das kennen einige von euch sicher ebenfalls.

Bevor ich jetzt noch tiefer darauf eingehe, gebe ich euch lieber einer meiner derzeitigen Lieblings-Übungen!
Sie hilft mir, mit starken Energien umzugehen – und ihr kreatives Potenzial zu befreien.

Und sie funktioniert auch, wenn im Inneren gerade nicht die Hölle los ist oder einem das tägliche Leben mit seinen gefühlten Bedrohungen den Atem raubt.

Also los –  in dieser Audio-Übung gebe ich euch die Anleitung!

 

 

FREUNDLICHE BEOBACHTERIN

 

 

…und dann kommt mal zum Malen.
Ist ja alles online, ihr müsst nicht einmal reisen!

 

Hinweis auf neue Kurse

Malabende:
Freitag, 14. Oktober
Sonntag, 29. Januar 2023
Mittwoch, 26. April 2023
weitere Abende folgen!

Flow 3:
Fr 02. – So, 04. Dezember
Flow 1:
Fr 24. – So, 26. März 2023

genauere Infos zu Inhalt, Preisen usw. auf der Seite Intuitives Malen“

 

Sommerspiele – Teil 2

Inspiration

Die Rolle der Muse im Mythos
war immer die der Inspiration.
-Anais Nin

Die Inspiration! Hahaha!
Das ist eine alte romantische Idee ohne Sinn und Verstand.
– Auguste Rodin

Wie ihr seht, geht es im 2. Teil unseres Mini-Sommerkurses um das Thema Inspiration.
Das dazugehörige Video stützt sich auf einen kleinen Text, den ich auch schon in meinem letzten Schreibkurs vorgestellt habe, und der ganz direkt zum Malen oder Schreiben inspiriert.
Schaut, ob der Text auch euch anspricht.
Wenn ja: Nutzt die Inspiration als Anregung zum Schreiben oder zum Malen.
Also einfach losschreiben oder – wie auch beim letzten Video – losmalen, ohne an Richtig oder Falsch zu denken!
Es geht um Inspiration (Dünger für die Kreativität),
und nicht um Perfektion (Kreativitäts-Killer).

Über euren Malplatz und die nötigen Materialien habe ich schon im letzten Blog & Video gesprochen. Falls noch Fragen offen sind, schickt mir eine Mail!

Wenn euch der Text in dem Video aber nicht anspricht, glaubt bloß nicht, dass ihr die Ausnahme seid und Inspirationen für euch nicht wirken. Oder – etwas altmodisch – dass euch die „Muse“ verschmäht, weil ihr einfach nicht kreativ sein.
Stattdessen lest unten weiter, und dann fragt euch, was auf euch inspirierend wirkt.
Sammelt eure eigenen Inspirationen! Seid mutig!

 

Das Video:

 

Weitere Informationen:

In meinem ergänzenden Newsletter wollte ich das Thema Inspiration etwas ausweiten – mit Fotos, Zitaten, kleinen Texten – und stieß auf einen Wust aus Widersprüchen.
Das führte mich zu der Frage, was Inspiration in meiner Sicht (und meiner Erfahrung) eigentlich ist. Kleiner Forschungsgegenstand, der mich schon häufig beschäftigt hat. Meine wichtigste Erkenntnis dieses Mal:

Vergesst die Muse!

Beim Intuitiven Malen und Kreativen Schreiben tun wir gut daran, nicht auf die so genannte „Muse“ zu warten. Unsere alten Vorstellungen von Inspiration einfach mal zu vergessen.
Was ich damit meine?

Wir sind uns sicher darüber einig, dass die Muse, ähnlich wie der Weihnachtsmann, nicht „wirklich“ existiert.  Sie ist eine Chiffre für eine bestimmte – oder eher eine unbestimmte – Erfahrung. Unbestimmt deshalb, weil die Erfahrung, inspiriert zu sein, für jede und jeden sehr individuell ist. Das heißt, jede und jeder erlebt (und beschreibt) „die Muse“ auf eigene Weise. Und manche erleben sie überhaupt nicht.
Das sagt aber nichts darüber aus, ob wir  je inspiriert oder nicht inspiriert sind.

Sich gelegentlich oder häufig oder ständig inspiriert zu fühlen gehört zum Menschsein.
Jede und jeder ist regelmäßig inspiriert. Wir brauchen einfach nur zu lernen:

1) als erstes unser Inspiriert-Sein überhaupt wahrzunehmen – so, wie WIR es erleben (jede auf ihre ganz eigene Weise),
2) es dann als das zu erkennen, was es ist und
3) es schließlich für unseren individuellen kreativen Ausdruck zu nutzen.

Wie wir Inspiration erleben, kann sich komplett von der Erfahrung anderer unterscheiden.

Wenn wir also so etwas wie „die Muse“ erwarten – eine geheimnisvolle Kraft, die uns von außen trifft wie ein Blitzschlag – dann kann es sein, dass wir unsere eigene Art, inspiriert zu sein, gar nicht erkennen und einfach übersehen. Schade!

Da ist es besser, die Muse und ähnliche Konzepte einfach mal zu beerdigen.
Nicht mehr auf sie zu warten.
Sie zum Weihnachtsmann zu schicken, der schon sehnsüchtig auf sie wartet.
Stattdessen auf die eigenen LUST und LEBENDIGKEIT zu lauschen.
Sie in uns wahrzunehmen, und uns zu fragen, was uns auf diese Weise anregt.
So beginnen wir unsere höchst eigene Kraft der Inspiration kennenzulernen.

Und wen das überfordert, weil es zu unbekannt klingt und er/sie einfach nur malen will, könnte einfach mal in einen meiner Kurse kommen. Da helfe ich euch dabei, eure Inspiration so, wie sie ist, zu erkennen und willkommen zu heißen!


Auf der wahren Entdeckungsreise

finden wir keine neuen Landschaften.
Wir sehen mit neuen Augen.
– Marcel Proust