Was soll ich machen?

Wann bloggst du denn mal wieder? fragte mich meine Schwester heute am Telefon, ich sehe jeden Tag nach, aber da ist lange nichts erschienen.
Worüber soll ich denn mal schreiben? fragte ich zurück, gibt es irgendetwas, das dich interessiert?

Tatsache ist, ich habe seit dem letzten Post schon fünfmal angefangen, hier etwas Neues zu schreiben –  jedes Mal zu einem anderen spannenden Thema, das mich gerade sehr beschäftigte (und das euch sicher total interessiert hätte). Und jedes Mal versackte die Inspiration nach kurzer Zeit und der Blogbeitrag blieb ungeschrieben, während das schlechte Gewissen und der Druck in  mir wuchsen. Die altbekannte Stimme leierte ihre übliche Litanei: Du solltest aber mal… du hast aber seit Längerem nicht…
Gleichzeitig wuchs natürlich auch der Widerstand!

In meinen Kursen und Coachingsitzungen finde ich heraus, dass es den meisten ähnlich geht. Das ist zwar tröstlich, stachelt aber auch meinen Ehrgeiz an, das Phänomen des Widerstands in kreativen Prozessen (das ich schon seit Jahren praktisch und theoretisch erforsche) noch tiefer zu ergründen und am eigenen Leib zu erfahren und zu durchdringen: Da bin ich dermaßen inspiriert, habe tolle Themen, über die ich schreiben könnte, bin total angeregt, mal wieder zu malen – komme aber trotzdem nicht weiter.

Aber ich verrate euch ein Geheimnis: Das Thema kann noch so spannend sein, und man kann noch so inspiriert sein – wenn man nicht dranbleibt, ist alles für die Katz.
Das heißt, anders als viele glauben, sind das tolle Thema und die tolle Inspiration ziemlich egal. Was in der Kreativität wirklich zählt, ist vor allem der Entschluss, dranzubleiben, auch wenn es mal nicht fließt.

Naja, und das habe ich dann endlich getan (und wie ihr seht, geht es dieses Mal weiter).

Es geht weiter, weil ich inzwischen genug Erfahrung habe, um „Dranbleiben“ nicht damit zu verwechseln, sich auf Teufel komm raus durchzubeißen, auch gegen die eigenen Widerstände.
Jedenfalls nicht mehr so lange wie früher…
Denn mit „Dranbleiben“ ist ja nicht gemeint, einen vermeintlichen „Schweinehund“ zu überwinden oder irgendeine andere Blockade in uns abzulehnen und loszuwerden. Nein, alles, was gerade in uns da ist – ob es uns gefällt oder nicht -, will gesehen und angenommen werden. Auch die „Schweinehunde“, die sich, wenn wir sie auf dem kreativen Weg genauer erforschen, oft in kleine Schoßhündchen verwandeln, die wir stundenlang streicheln möchten!

Das heißt, wir beginnen voller Interesse auf uns zuzugehen und MIT uns weiterzumachen, nicht gegen oder ohne uns. Und – oh Wunder – der kreative Fluss holt uns wieder ein. Meistens anders, als wir dachten…

Ein Beispiel: Als ich beim Schreiben dieses Blogs endlich bereit war, dranzubleiben und nicht vor mir selbst und meinen Widerständen auszuweichen, wurde mir zuerst bewusst, dass eine große Müdigkeit und ein störrisches Nein in mir auftauchten, sobald ich zu schreiben begann – ja, sobald ich nur begann, über den Blog nachzudenken. Kein Wunder, dass ich nichts auf die Reihe kriegte… Da war eine veritable Widerstands-Erzeugungs-Maschine am Werk, die mit jedem misslungenen Versuch weiter wuchs (klingt bekannt?).
Doch ich war endlich bereit, sie zu spüren, zu erforschen, zu durchdringen. Mir war endlich mal wieder klar geworden, dass Verdrängen nichts bringt, dass es im Gegenteil nur Widerstände erzeugt. (Um so weit zu kommen, müssen wir uns wohl regelmäßig verrennen…)

Die Frage „Was soll ich machen?“ führt, wenn man sie wie einen Koan wirklich ergründet, zu der lebendigen Erkenntnis, dass man sich im kreativen Prozess einfach um das kümmern soll, was als erstes anliegt.
Zum Beispiel um den Widerstand. Und dann um das nächste. Und so weiter.

Und das tat ich – immer darauf lauschend, was als nächstes stimmig war..
Eine Schreibübung zur Selbsterforschung.
Eine bestimmte Meditation.
Eine Qi Gong-Übung.
Ein Essen im Alpenblick, dann eine Schifffahrt auf dem See…
Das sind geheimnisvolle Prozesse, man weiß nie, was dran sein wird,
was einem hilft, wieder zu sich zu kommen
was einem hilft, den kreativen Fluss wiederzufinden…

 

 

 

…doch der Fluss ist nie weit, wir müssen nur lernen, ihn in der richtigen Richtung zu suchen. Und jetzt schreibe ich das hier fertig und habe Freude daran…

 

 

 

Jetzt habe ich wieder einmal hautnah erfahren (gefühlt zum 1867. Mal, aber so ist das Leben…), dass sich jedes Hindernis, jeder Zweifel, jede Blockade, jede Verwirrung in die kreative Energie verwandeln können, die uns jederzeit zur Verfügung steht.

Das ist eines der wichtigsten Prinzipien auf dem Kreativen Weg, und in meinem Kurs „Kreative Manifestation“ gehe ich tiefer darauf ein.
Und jetzt, wo ich wieder im Fluss bin, weiß ich auch, worüber ich nächstes Mal schreiben will: Über Absichten und Entscheidungen auf dem kreativen Weg. Klingt vielleicht langweilig, ist es aber nicht!!

 

Und für alle, die mehr erleben wollen –
In den folgenden Kursen sind noch Plätze frei:

Das schöpferische Spiel – Kleiner Malkurs
17. & 18. November 2017 / Uffing am Staffelsee

Malen & Meditation – Maltag zum Advent
10. Dezember 2017 / Uffing amStaffelsee


… und zu meinem neuen Kurs im Januar werde ich hier bald mehr erzählen!

Der lange Atem – Kreative Manifestation
04. – 07. Januar 2018 / Uffing am Staffelsee 

 

 

Dada

Hallo liebe Leserinnen,
morgen fahre ich zehn Tage in Urlaub.
Und bevor ich in den Zug steigen, möchte ich hier noch etwas schreiben – etwas Weises, Kluges oder Lustiges, naja, irgendetwas Gutes halt!

Kommt aber nichts.
Na gut,
Ah, da hat sich auch der Vogelfisch draufgemogelt. Ist wohl eher ein Mogelfisch.

Und… was hast du in der Tasche?
Ich freue mich auf Bilder und Geschichten!

 

A propos Geschichten: am 23.-25. Februar 2018 gebe ich wieder ein Schreibwochenende in Lindau am Bodensee.
Mehr hier https://www.cbolam.com/worte/

Kreativ Manifestieren

Immer im August kaufe ich mir einen Terminplan für das nächste Jahr und beginne meine kommenden Kurse zu planen. So auch jetzt.

Und so sitze ich vor meinen Zettelbergen und Notizen mit wunderbaren Ideen für spannende Kurse, neue Projekte, Bücher, Filme, CDs, Online-Chats, Webinars und Netzwerke, die mir und meinen Fähigkeiten total entsprechen, und die mich glücklich machen würden. Und nicht nur das: Es gibt eine ganze Menge kreativer Leute, die genau diese Kurse, Bücher, Filme, Netzwerke immens begrüßen würden und von ihnen profitieren könnten…

Doch ich kann nicht einfach loslegen und den Terminplan füllen wie noch vor einigen Jahren. Nein – ich muss schließlich auf meine Oma Rücksicht nehmen!

Denn die Crux ist: In mir wirkt zwar immer noch die endlos kreative junge Frau, die ich mit 35 war, und die mich mit ihren Ideen, Inspiration, Visionen und Träumen so sehr begeistert und beglückt. Ohne sie gäbe es meine Bücher nicht, meine Kurse nicht, mein sich ständig neu entwickelndes Leben mit seinen wachsenden Erkenntnissen nicht.

Aber diese begeisterte, inspirierte junge Frau kann nicht länger einfach alle Kurse planen, auf die sie Lust hat.
Sie muss sich neuerdings bremsen, muss achtsam, langsam, meditativ gehen, muss genauer hinspüren, atmen, reflektieren (was für eine Chance!).
Denn sie hat ja schließlich einen 70-jährigen Körper dabei, auf den sie Rücksicht nehmen muss!

Also will ich Kurse planen, die beiden gerecht werden:
Kurse, die Spaß machen und viele der neuen Ideen und Visionen umsetzen. Und die gleichzeitig meinen Körper schonen, weil sie weniger physischen Einsatz von mir brauchen.

Mit anderen Worten, es geht mal wieder um die Quadratur des Kreises – und das begeistert mich ehrlich gesagt sehr!

Diese Unmöglichkeiten, diese ungelösten Knoten sind in meiner Sicht ein wunderbarer Aspekt kreative Prozesse. Oder anders gesagt: Jedes wirklich kreative Projekt ist immer eine Art Krimi, ein Koan, eine harte Nuss, die man knacken muss, ohne zu wissen, wie – und je öfter man sich darauf einlässt, desto mehr Spaß macht es!

Da ist zuerst die Vision, der Traum, die Vorstellung,
dann die Erkenntnis, dass man keine Ahnung hat, wie man sie erreichen soll,
und dann die Herausforderung, es trotzdem zu versuchen (mit geschickten Mitteln und Erkenntnissen, die wir z.B. beim Intuitiven Malen erwerben).

Diese Art des Manifestierens ist mir inzwischen so selbstverständlich, dass ich ganz vergessen hatte, was für eine tolle Fähigkeit sie ist. Eine Fähigkeit, die ich über die Jahre entwickelt habe, und die jeder lernen kann – und sollte!

Und so notiere ich, dass einer der ersten Kurse, die ich im neuen Jahr anbieten werde, die „Kunst der Kreativen Manifestation“ vermitteln wird.
Weitere Neuerungen (z.B: eine Art Meisterkurs nach dem Baukastenprinzip) werden dazukommen, und in meinem nächsten Beitrag werde ich sie hier alle vorstellen.

Bis dahin viel Mut zum Knacken der unmöglichen Nüsse, die euch das Leben so hinwirft! Sie haben ja letztlich alle einen süßen Kern, wie wir wissen… auch wenn es zuerst oft nicht so scheint!