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Nach dem Malen ist vor dem Malen

…dieser Spruch aus dem Fußball hat mir immer schon gefallen!
Auf das Malen bezogen fällt mir ein: Die Art und Weise, wie ich eine Malsitzung beende, bestimmt auch mit, ob und wie ich die nächste beginne. Wenn ich mit dem Gefühl aufhöre, nicht weiterzukommen und hoffnungslos festgefahren zu sein (mit den üblichen Kritikerstimmen im Kopf), zieht es mich sicher nicht so leicht wieder ins Atelier – außer als Pflichtübung. Und eine Pflichtübung soll das Malen nicht sein!

Nachdem ich hier einiges über das Beginnen einer Malsitzung geschrieben habe (erst bei sich ankommen, sich Zeit nehmen, freundlich mit sich sein), möchte ich in den nächsten Beiträgen etwas darüber sagen, wie wir unsere Malsitzungen zu einem guten Abschluss bringen.

Ein erster kleiner Tipp: Nimm dir für das Ende einer Malsitzung – das Aufhören, das Aufräumen und das Reflektieren dessen, was du erlebt hast – genauso viel Zeit, wie für den Beginn. Eine große Hilfe ist es, die Erfahrungen, die wir während unserer Malreise machen, aufzuschreiben und zu würdigen. Dann können wir auch würdigen, dass wir dieses Mal vielleicht festgefahren und “blockiert“ sind. Ein Zeichen einer Blockade kann sein, dass wir  genervt sind und die Lust aufs Malen verlieren.

Schreiben wir das auf, können wir uns selbst auf die Schliche kommen: die Lustlosigkeit ist einfach eine Blockade! Und Blockaden sind dazu da, gelöst zu werden! Wenn uns das klar wird, können wir uns auf die nächste Malsitzung wie auf ein Abenteuer freuen: Wir werden sie nutzen, um unserer Blockade konstruktiv zu begegnen und die Schätze zu heben, die sie in sich birgt…

In meinem neuen Buch“Love To Create“ gebe ich viele Tipps zum Lösen von Blockaden, und auch hier werde ich demnächst einige Möglichkeiten vorstellen.

Sonntag.
Ich sitze im Atelier, einen Kaffee in der Hand, und betrachte das sich entfaltende Bild, an dem ich gerade male. In den letzten Jahren habe ich gelernt, nicht mehr auf schön oder hässlich, richtig oder falsch zu achten, sondern das Bild als Energieform auf mich wirken zu lassen.  Das ist, als würde ich quasi mit dem Bauch und dem Herzen hinsehen.

Wenn ich auf diese Weise schaue, beginnt sich die kleine Nixe, die gerade in meinem (eigentlich viel größeren) Meer auftaucht, fast zu bewegen – sie wird lebendig.

Und ich kann es kaum erwarten, zu entdecken, welche Farbe ihre Haare haben werden und wie ihr Gesicht aussieht.

Dafür habe ich auch noch ein paar Tage Zeit, dann beginnt ein Kurs, und ich muss das Bild abhängen, um das Atelier freizumachen. Aber jeden Tag mindestens 10 Minuten reichen ja auch… Und damit ich wirklich aus dem Staunen – und nicht aus dem Wissen – male, brauche ich vorher ein Weilchen, um wirklich zu mir zu finden. Das weiß ich inzwischen, und seitdem ich mir konsequent die Zeit dafür nehme, ist das Malen nur noch eine Freude.

Und nun lade ich euch ein, in dieser Woche aus der Ferne mitzumalen. Einmal, zweimal oder jeden Tag.
Probiert es aus: Nehmt euch die Zeit, nicht mit eurer Alltagsenergie an das Bild zu gehen, sondern zuerst umzuschalten auf das Tempo eures Herzens, das feine Schwingen und Weben eurer Innenwelt.
Und wenn ihr euer Bild zwischendurch einmal anschaut, übt, es mit dem Herzen oder dem Bauch anzusehen – nicht mit dem üblichen abschätzenden Blick.

Von Montag bis Donnerstag male ich hier im Atelier, und ab Donnerstagnachmittag bis Sonntag ist Kurs. Eine ganze Woche also, um aus der Ferne an dem kreativen Feld teilzuhaben! Ich freue mich, wenn viele mitmachen, und danke euch schon im Voraus für eure Rückmeldungen per E-Mail. In der letzten Woche habe ich ganz wunderbare Berichte erhalten. Ich werde sie noch einzelne beantworten, bitte etwas Geduld!

http://www.cbolam.com/uncategorized/2168/

es ist so einfach

Nach dem Bild vom leeren Atelier im letzten Post folgt hier ein kleiner Einblick in den Kurs, der kurz danach stattfand:  Da sieht man drei der  sechs Teilnehmer beim Malen – aber wenn man genau hinschaut, sieht man auch die Stille, die Achtsamkeit, die konzentrierte Energie.

Ich weiß, dass ich mich bei meinen eigenen Malsitzungen in der nächsten Zeit von dieser Energie tragen lassen kann. Und dasselbe könnt ihr auch, wo immer ihr seid, wann immer Ihr malt!

Es ist so einfach!

Wir alle haben schon erlebt, dass wir uns tausendmal vornehmen, endlich wieder zu malen und es dann doch nicht tun. Und wenn wir dann endlich den Schritt wagen und uns etwas Zeit nehmen  (obwohl wir alle so furchtbar beschäftigt sind), tut uns die Beschäftigung mit Farbe und Papier so gut, dass wir uns wundern, warum wir nicht eher darauf gekommen sind.

Mein Vorschlag: gleich heute  ein Blatt Papier herausholen und bereit legen, die Farben und Pinsel daneben, ein Glas Wasser dazu – so, wie man sich vor einem leckeren Essen den Tisch deckt! Beim Essen können wir es doch auch: Tischdecken, Essen, genießen und wieder aufräumen!

Genauso einfach kann es sein, endlich mal wieder zu malen.