Licht und Farbe

Ein Mittsommer-Ritual 

In wenigen Tagen ist Mittsommer, die Sonne hat ihren höchsten Stand, die Nächte sind kurz und im Norden wird es nachts gar nicht richtig dunkel.

Während meines Urlaubs oben an der Ostsee habe ich solche Nächte erlebt. MittsommerIch habe Fotos gemacht aus dem Fenster meines Häuschens und über Licht und Dunkelheit sinniert.

Wenn all die vielen Farben nach und nach ihr Leuchten verloren und sich zu einem dunklen Blau mischten, wurde mir bewusst, wie kostbar unsere Fähigkeit ist Farben zu sehen.

Auch die Farbe der Nacht ist schön, doch wenn die Dinge gegen Morgen nach und nach wieder ihre eigene Farbe annehmen (begleitet vom Gezwitscher der Vögel), ist das ein Fest, eine Entdeckung, eine Bereicherung.

Diese wache, sinnliche Wahrnehmung der Farben, diese Freude an ihrem Erscheinen ist etwas, das ich nicht so schnell wieder verlieren möchte.
Beim Malen können wir sie bewusst pflegen!

Dafür eine kleine Übung (die ich selbst am 21.06. als Teil meines Mittsommer-Rituals durchführen möchte). Vielleicht ist sie auch etwas für dich!

Die Übung:

Wähle bei deiner nächsten Malsitzung (und vielleicht auch am 21.06.) zunächst nur eine einzige Farbe aus. Schließe die Augen, bevor du sie zu Papier bringst.
Dann begrüße ihr Erscheinen mit Wachheit: Spüre die Farbe, höre ihren Klang, lasse sie auf dich wirken, erlebe vielleicht die Geschichte, die sie dir erzählt.

Mache dir bewusst, wie kostbar unsere Fähigkeit ist, Farben zu sehen.

Erlaube der Farbe zu tanzen. Ihre ganz eigene Form auf das Papier zu bringen. Zu spielen. Zu leben.
Schließe zwischendurch immer wieder die Augen, wenn dir das hilft, die Farbe jedes Mal neu leuchten zu lassen. Schwelge in der Farbe. Spiele mit ihr.

Erst wenn du diese eine Farbe wirklich ausgeschöpft hast, nimm die nächste Farbe dazu.

Lass das Ganze zu einem Ritual der Dankbarkeit werden!

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