A room of one’s own 3

Der dritte, zentralste kreative Raum beim Malen und Schreiben ist in meiner Sicht der Energieraum, den ich als meistens als „Ich“ empfinde: Mein Innenraum, mein Seelenraum, mein kreativer Inspirationsraum.

Außen und Innen

Denn was uns inspiriert sind zwar allerlei Dinge, Erlebnisse, Farben, Bewegungen und Erscheinungen im Außen, aber erst in unserem Inneren ergeben sie einen ganz eigenen, geheimen Sinn. Das ist wie eine Vereinigung, eine fruchtbare Begegnung zwischen der Außenwelt, die uns mit ihren vielen Eindrücken (und unseren Reaktionen auf sie) oft komplett gebannt hält und unserer „Innenwelt“, dem Sein im gegenwärtigen Moment.
Zwischen Fantasie, Erinnerung, Geschichten und der Realität in der Gegenwart.

Doch was passiert?
Ich hole Farben, Wasser, Pinsel.
Ich setze mich an mein Bild.
Ich mische  mir die richtige Farbe.
Ich beginne zu malen – und werde sofort von einem automatischen Sog mitgezogen: Tun, Schaffen, Erzeugen, Machen… alles automatisch, alles von alten Vorstellungen, Regeln, Ideen und Ansprüchen bestimmt.

Die kreative Quelle strömt wie immer, und gerade beim Malen könnte ich mich ihr anvertrauen, mich auf das Wunder dieser Gegenwart einlassen, Tiefe, Weite, Geheimnis erfahren – doch ich überdecke diese Möglichkeit mit einem alten Pflichtprogramm und nehme sie nicht wahr.

Raum 1 und Raum 2 habe ich mir genommen, aber den dritten, den geheimnisvollsten inneren Raum überrenne ich mit meinem Tun.

Der geheimnisvollste innere Raum

Dieser kostbare innere Raum ist nichts Esoterisches, nichts Heiliges, nichts Besonderes, er ist einfach nur die Realität. Er ist das, was IST, und er ist immer da. Und ich habe die Wahl, mich auf ihn einzulassen und ihn zu erleben – oder ihn mit meinem eifrigen Tun zu überlagern. So zu tun, als sei ICH zuständig für meine Kreativität.

Was für ein Witz!

Ich bin nur dafür zuständig, meinem stets präsenten inneren Raum eine Chance zu geben. In ihm tanzt meine Kreativität ihren Fandango, ihren Walzer, ihren Capoeira, ihr Ballett, und ich brauche nur als Gast anwesend zu sein und mich auf das, was ich vorfinde, einzulassen: Empfangen und schauen wie ein Kind, mich ergreifen lassen, mitströmen, Leben spüren.

Malabend

Jenseits des automatischen Tuns: Endlose Weite, strahlendste Freude, packendstes Abenteuer. Dort treffen wir uns!

 

Nächsten Dienstag ist wieder mal virtueller Malabend (oder Schreibabend für alle, die lieber kreativ schreiben). Und ich lade dich ein, an diesem Abend den dritten Raum deiner Kreativität zu würdigen:

Vor dem Malen/Schreiben kurz innehalten.
Die Augen schließen.
Das gegenwärtige Jetzt spüren und erleben.
Alles, was in diesem Jetzt auftaucht, als Energie wahrnehmen (anstatt eine weitere Geschichte daraus zu machen).
Atmen, die Energien erlauben, in dir halten, sich bewegen lassen.
JA sagen zu all dem vielen Leben das in dir steckt. Das du bist.

Und dann malen. Schreiben. Und zwischendurch immer mal kurz innehalten und an den neuen gegenwärtigen Moment andocken.

Diese Übung kannst du natürlich auch Montag oder Freitag oder in zwei Wochen machen! Oder jedes Mal bevor du malst (das tue ich auch).
Über Feedback freue ich mich!

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