Meditation im Februar

Na, sind Sie den Winter schon Leid?
Oder gehören Sie (wie fast alle hier am Ort außer mir) zu den unermüdlichen Wintersportlern, die jetzt überall die Pisten bevölkern? Ich sehe sie in ihre Autos steigen, die Ski auf dem Dach, und freue mich, dass ich nicht mitfahren muss.
Obwohl – ich schaue den Wintersportlern zu gerne bei ihrem emsigen Wimmeln zu. Ihre unermüdliche Energie, die wilden Schwünge und Kurven der Abfahrtsläufer, der rhythmische Flow der Langläufer, ihre weithin hallenden Stimmen und die vielen bunten Anzüge – das nimmt dem Winter seine lähmende Macht und erfreut das Herz.

Und ganz nebenbei wird eine Meditation daraus! Mir leistet sie zurzeit beste Dienste, auch hier im Ort oder in der Stadt, ganz ohne Skifahrer. 


Die Meditation:

Der Winter ist grau, weiß und schwarz. Manchmal zieht sich alles in uns vor Kälte zusammen. Wir werden eng, atmen nicht mehr so tief, warten auf den Frühling. Die Februar-Meditation gibt auch allen, die keinen Wintersport betreiben, einen Kick in die Freude, die Weite, die Lebenslust:
Nehmen Sie sich 1-2 Mal am Tag eine Minipause, egal, wo Sie gerade sind. Blicken Sie auf, schauen Sie sich um und lassen Sie Ihren Blick auf irgendeiner Farbe ruhen, die Ihnen auffällt. Zum Beispiel das leuchtend blaue Schild an einem Gartenzaun, das die Lage der Wasserleitungen anzeigt (ist mir gestern zum ersten Mal aufgefallen!). Oder der
lila Vorhang in einem Fenster. Oder die gelbe Schrift auf dem Bus, der gerade einfährt. Nehmen Sie die Farbe wahr, als sähen Sie sie zum ersten Mal! Spüren Sie sie. Atmen Sie sie ein. Lassen Sie sich von ihrer Eigenart nähren. Spüren Sie, wie sie auf Sie wirkt. 

Dann gehen Sie weiter Ihren Beschäftigungen nach, aber mit dem Gefühl, das die Farbe in Ihnen geweckt hat.
Und wenn Sie im Laufe des Tages daran denken, halten Sie wieder kurz inne und lassen Sie die nächste Farbe auf sich wirken. Zweimal am Tag wird bald zu wenig sein: Warum nicht immer und überall die lebendige Kraft der Farben genießen!?
Beim Malen machen wir ähnliche Übungen – eine einzige Farbe auf einem leeren Blatt kann uns beglücken, erschrecken, tief berühren, wenn wir uns fühlend auf sie einlassen. Für diese Mediation brauchen wir nicht einmal Farbe und Papier!