Heute mal was ganz Schnuckeliges: http://www.youtube.com/watch?v=tfetFVePqWo
Und – Lust zu meditieren? Jeden 2. Mittwoch hier im Atelier (und nicht nur eine Minute!)
Heute mal was ganz Schnuckeliges: http://www.youtube.com/watch?v=tfetFVePqWo
Und – Lust zu meditieren? Jeden 2. Mittwoch hier im Atelier (und nicht nur eine Minute!)
Endlich richtig Winter mit Eis, Schnee und Temperaturen bis -20 Grad. Ich fahre nach München und bin, wie meistens, viel zu früh am Bahnhof. Ticket habe ich gelöst, nachgesehen, ob der Zug wirklich zu gedachten Zeit kommt, auch. Zum Hinsetzen und Zeitung lesen ist es zu kalt. Also gehe ich auf und ab.
Sehe voller Freude in der Ferne die Berge, nach einer Weile fährt der Zug Richtung Mittenwald-Innsbruck ein, das heißt, mein Münchner Zug kommt in etwa zehn Minuten, und die muss ich irgendwie rumkriegen. Ich gehe weiter auf und ab… und sehe plötzlich meine Spuren im frisch gefallenen Schnee. So schöne Schuhsohlen habe ich! Das wusste ich gar nicht: Mit Sternchen und spitzen Pfeilen rund um den Fuß, und mit einem Kreis mitten auf der Ferse. Ich schaue mich um – alle anderen Fußabdrücke sind langweilig dagegen. Okay – ich male ein Bild mit meinen Füßen! Ich laufe, gehe mit einwärts gedrehten Füßen, mache lauter Muster auf den Bahnsteig. Dorfverschönerung!
Wie heißt es doch gleich: Es kommt auf die Spuren an, die wir hinterlassen (oder etwas in dem Sinn). Das hat mir nie viel gesagt, aber plötzlich ist es mein Motto. Spuren legen… jetzt noch eine lange Schlangenlinie aus Fuß-Fuß-Fuß-Fuß…eine Stern…eine dicht getrampelte Fläche…und jetzt…was soll ich sagen: Fast hätte ich vergessen, in meinen Zug zu steigen!
Die Sternsinger waren da und haben den Winter gebracht. Aus Regen wurde Schnee und der See friert langsam zu. Alles ist weiß, schwarz und grau. Seitdem ich älter bin, weiß ich, wie sich eine Winterdepression anfühlt: die grauen Tage lasten schwer, jeder Antrieb versackt in Nebelbergen, so etwas wie Frühling hat es nie gegeben. Das Fühlen versiegt, bis ich nicht mehr fühle, dass ich nichts fühle.
Das Leben aber ist Bewegung. Jeder Atemzug ist Bewegung. Jeder Impuls, jeder Herzschlag: Bewegung. Gefühle: Bewegung. Gedanken: Bewegung…
Da bewegt sich so viel in mir – und ich sitze erfroren und starr in meinem Elfenbeinturm und nehme es nicht wahr.
Und muss eigentlich gar nichts tun, gar nichts ändern (nicht mal rausgehen und Langlauf machen oder auf den vereisten Wegen schlittern, wenn ich nicht will), brauche nur meine inneren Bewegungen spüren, und schon löst sich meine Erstarrung, ich werde weich, ich fühle, ich lebe… Und wenn ich das, was ich fühle, nun gar nicht mag? Dann nehme ich es und schreibe, male, tanze, atme… und es bewegt sich auch, wie alles im Leben. Das ist Flow…
In meiner kleinen Schule in Oberbayern leite ich Einführungs- und Fortbildungskurse zu kreativen Prozessen beim Malen, Schreiben und im Leben, und gebe individuelle Einzelsitzungen zur Unterstützung kreativer Prozesse und zum kreativen Umgang mit Krisen und Lebensveränderungen.
Ich habe zwei Bücher und einen Film veröffentlicht, und arbeite zur Zeit an einer CD-Serie zu kreativen Themen.
mehr über michFoto: © Sabine Vielmo
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